Die Sondernummer der „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ vom Juli 1936

Zuerst herausgegeben 1936, Nachdruck Juli 2006, 18 Seiten

Anlass für die neue Herausgabe diese Sondernummer der AIZ war der nationalisti­sche Taumel bei der Männer Fußball-WM 2006 in Deutschland, genau 60 Jahre nach der NaziOlympiade 1936 in Berlin.

Kräfte des Widerstandes gegen den Nazi-Faschismus veröffentlichten und verbreiteten innerhalb und außerhalb Deutschlands 1935/1936 eine Reihe von Materialien, um die nazi-faschistischen Manöver im Zusammenhang mit der Nazi-Olympiade 1936 zu entlarven und zu bekämpfen. Herausragend ist die im Juli 1936 in Prag erschienene Sondernummer der „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ (AIZ). Diese Nummer ist gestaltet als ein „Führer durchs Land der Olympiade“ für Besucher und Besucherinnen aus anderen Ländern. Über sieben verschiedene „Reise-Routen“ nach Berlin deckt die AIZ die furchtbare Realität des Nazi-Terrors in Deutschland auf. Gezeigt wird, wo die Konzentrationslager liegen, und welche Verbrechen dort begangen werden.

Die AIZ entlarvt ganz besonders, in welchem Ausmaß 1936 der Nazi-Terror gegen jüdische Menschen ausgeübt wurde: wie jüdische „Schutzgefangene“ gequält wurden, wie vor allem das Nazi-Hetzblatt „Der Stürmer“ zu antisemitischen Pogromen aufhetzte und solche Pogrome auch durchgeführt wurden.

Die AIZ enthüllt ebenso, wo welche Rüstungsproduktion stattfand. Hamburg als ein Zentrum der Giftgasproduktion wird genannt. Es wird auch gezeigt, wo sich bedeutende Militärstandorte befanden, so etwa in Münster für geplante Operationen gegen Holland und Großbritannien, so im damals zu deutschen Staatsgebiet gehörenden Schlesien gegen Polen, gegen die Tschechoslowakei und gegen die Sowjetunion …. Dresden wird als die „Zentralstelle der getarnten Nationalsozialisten der Tschechoslowakei“ angeprangert, wo es auch schwere antisemitische Ausschreitungen gab.

Die AIZ zeigt, was sich in Berlin, der „Stadt der Olympiade“ hinter den „friedlich-feindlichen“ Fassaden verbarg: Das Foltern und Morden der Gestapo in der Prinz-Albrecht Straße, der Sitz des Generalstabs, der die Pläne für den Eroberungskrieg ausarbeitete, die Kriegsproduktion und das KZ Oranienburg nahe bei Berlin.

Die Sondernummer enthält auch eine „Übersichtskarte über die Sehenswürdigkeiten für den Olympiafahrer in Deutschland“. Das deutsche Staatsgebiet in seinen damaligen Grenzen war übersät mit Symbolen für Orte des Nazi-Terrors: Konzentrationslager, Zuchthäuser und Gefängnisse.

bro-nr-03-2006-AIZ.pdf

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