Kritische Solidarität und gegenseitige Unterstützung!

Kritische Solidarität und gegenseitige Unterstützung!

Welche Aufgaben stellen sich „Gewerkschafter Innen und Antifas gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion“?

Als Gewerkschafterlnnen und Antifas aus verschiedenen Bereichen haben wir uns 2003 zur „Gewantifa“ zusammengefunden, um unsere Zusammenarbeit voranzubringen und uns gegenseitig zu unterstützen. Unsere Zielsetzung haben wir 2004 in einem „Aufruf zur verstärkten Zusammenarbeit linker Gewerkschafterinnen und Antifas“ wie folgt im Flugblatt „Gemeinsamer Kampf, Nr. 4 von 2004 als Selbstkritik formuliert:

Schaut man sich die Realität des Kampfes der Antifas und der linken Gewerkschaftsbewegung an, so müssen wir selbstkritisch feststellen:

  • Die linken Gewerkschafterlnnen kümmern sich einerseits immer noch zu wenig um die „illegalisierte“ Migrantlnnen, andererseits viel zu wenig um die tagtäglich vom staatlichen Abschiebeterror betroffenen Flüchtlinge […]
  • Die Antifas kümmern sich vor allem viel zu wenig um die „illegalisierten“

Arbeiterinnen, gegen die schon lange eine deutsch-chauvinistische Hetze läuft, die vom deutschen Staat verfolgt und ausgewiesen werden. […] Es findet kaum ein  gemeinsamer  Kampf      mit den     sicherlich nicht zahlreichen linken Gewerkschafter Innen gegen dieses reaktionäre „deutsche Projekt“ statt. Beides muss sich ändern! […]

Es gilt gemeinsam zu kämpfen, Gewerkschafter Innen, Antifa / Anti Rassistinnen, Flüchtlinge, die „illegalisierten“ Arbeiter innen und Migrantlnnen, ja alle vom staatlichen Abschiebeterror, von deutsch-chauvinistisch-rassistischer Diskriminierung und Entrechtung, vom tagtäglichen Nazi-Terror Betroffenen!

Wir sehen eine wichtige Aufgabe darin, den Kampf kritischer Kolleginnen gegen Nationalismus, Chauvinismus, Rassismus und Antisemitismus innerhalb der DGB-Gewerkschaften öffentlich zu machen und zu unterstützen. Was wir über die Gewerkschaftsführung denken und wie wir die kämpferischen Kolleginnen innerhalb und außerhalb der Gewerkschaften vom selbständigen Kampf überzeugen wollen, zeigt der folgende Ausschnitt aus dem Flugblatt „Vor allem selbständig kämpfen“, Nr. 8 vom Mai 2008:

„Die DGB-Führung und ihr Apparat sind und bleiben Teil des kapitalistischen Systems und sind mit vielerlei Fäden mit diesem verbunden. Diese Verbundenheit
ergibt sich nicht nur und nicht hauptsächlich aus der Charakterschwäche einzelner DBG-Funktionäre, die man nur auszuwechseln bräuchte, sondern hat tiefere Ursachen wie z. B. ihre finanzielle Besserstellung im Gegensatz zu den ‘einfachen’ Gewerkschaftsmitgliedern, ihre direkte Verknüpfung mit dem Kapital, z.B. in den Aufsichtsräten der Konzerne und ihre Mitgliedschaft in den Parteien des kapitalistischen Systems. Alle Erfahrungen, nicht nur der letzten Jahre, sondern die von mehr als fünf Jahrzehnten, zeigen, dass die DGB-Führung ein entschiedener Feind jedes selbständigen Kampfes der Arbeiterinnen und Arbeiter ist. Eine Einheit mit diesen Leuten kann es nicht geben.“

In unserer eigenen Entwicklung wurde uns bewusst, dass der Kampf gegen Militarismus ein weiterer Schwerpunkt in unserer Arbeit werden muss. Seit 2004 haben wir dazu gearbeitet, wie an unseren Veröffentlichungen nachvollzogen werden kann. Es heißt im Flugblatt Nr. 13 von 2006:

„Tagtäglich sind wir mit den militärischen Umtrieben der Bundeswehr konfrontiert. Die Bundeswehr ködert in Schulen, bei den Arbeitsämtern, in Werbespots usw. immer massiver Jugendliche, Erwerbslose und von Erwerbslosigkeit Bedrohte. Sie stellt sich als ‘sozial helfendes Element’ und ‘kommender großer Arbeitgeber’ dar und verspricht ‘sichere und attraktive Arbeitsplätze’ bei der Bundeswehr. Zwischen der Bundeswehr und zahlreichen Unternehmen des deutschen Monopolkapitals besteht ein so genannter ‘Rahmenvertrag für strategische Partnerschaft’. Ebenso hat die Bundeswehr für jede ihrer 56 Lazarettgruppen vermeintlich zivile ‘Partnerkrankenhäuser’ vertraglich gebunden, diese nicht nur für ‘Friedenszeiten’, sondern gerade für Kriegseinsätze.“

Praktische Zusammenarbeit und kritische Auseinandersetzung vorantreiben Wir stellen uns die Zusammenarbeit so vor, dass sie nicht ohne kritische und selbstkritische Diskussion zwischen den fortschrittlichen Gewerkschafterlnnen, Antifas und antirassistischen Aktivistinnen auskommt. Wir denken, dass die Diskussion innerhalb der fortschrittlichen, linken Bewegung nötig ist. Das schließt nicht aus, sondern macht es im Gegenteil nötig, dass man auch zu gemeinsamen praktischen Aktionen kommt.

Es ist klar: Abwieglerische und nationalistisch-chauvinistische Positionen gibt es zur Genüge und auf längere Sicht kann es keine echten Schritte nach vorne geben ohne entschieden dagegen anzukämpfen. Daher versuchen wir auch, uns durch eigene Stellungnahmen und Flugblätter bundesweit in uns wichtig erscheinende Debatten im Gewerkschafts- und Antifa-Bereiche einzumischen oder solche Debatten anzuschieben.

Unsere bisher veröffentlichten Flugblätter zeigen, womit wir uns in den letzten Jahren schwerpunktmäßig beschäftigt haben. Kritiken und Anregungen sind ausdrücklich erwünscht. Wir freuen uns, wenn unsere Flugblätter weiter verbreitet und beispielsweise auf Homepages bekannt gemacht werden.

Praktische Solidarität und Unterstützung

Im Rahmen unserer Möglichkeiten war es uns wichtig, praktische Solidarität mit Arbeitskämpfen oder Streiks zu üben. So zum Beispiel mit den Kämpfen bei Daimler-Chrysler in Berlin-Marienfeld, bei einem Flughafen-Caterer in Frankfurt und Düsseldorf oder auch mit internationalen Kämpfen, so wie die Proteste gegen die Abschaffung des Kündigungsschutzes für unter 26 Jährige in Frankreich oder die Studentenproteste an den Universitäten in Österreich. In einigen Fällen wurden Solidaritätserklärungen in Fremdsprachen veröffentlicht.

Dezember 2013

bro-nr-11-10jahre

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