Kritische Solidarität und gegenseitige Unterstützung Gewantifa – Flugblätter 2003 bis 2013

coverEditorial: KRITISCHE SOLIDARITÄT UND GEGENSEITIGE UNTERSTÜTZUNG!

Welche Aufgaben stellen sich „Gewerkschafter_Innen und Antifas gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion“?

Als Gewerkschafter_Innen und Antifas aus verschiedenen Bereichen haben wir uns 2003 zur „Gewantifa“ zusammengefunden, um unsere Zusammenarbeit voranzubringen und uns gegenseitig zu unterstützen. Unsere Zielsetzung haben wir 2004 in einem „Aufruf zur verstärkten Zusammenarbeit linker Ge­werkschafterinnen und Antifas“ wie folgt im Flugblatt „Gemeinsamer Kampf“, Nr. 4 von 2004 als Selbstkritik formuliert:

Schaut man sich die Realität des Kampfes der Antifas und der linken Gewerkschaftsbewegung an, so müssen wir selbstkritisch feststellen:

Die linken Gewerkschafter_Innen kümmern sich einerseits immer noch zu wenig um die „illega­lisierte“ Migrant_Innen, andererseits viel zu wenig um die tagtäglich vom staatlichen Abschiebe­terror betroffenen Flüchtlinge […]

Die Antifas kümmern sich vor allem viel zu wenig um die „illegalisierten“ Arbeiter_Innen, gegen die schon lange eine deutsch-chauvinistische Hetze läuft, die vom deutschen Staat verfolgt und aus­gewiesen werden. […] Es findet kaum ein gemeinsamer Kampf mit den sicherlich nicht zahlreichen linken Gewerkschafter_Innen gegen dieses reaktionäre „deutsche Projekt“ statt. Beides muss sich ändern! […]

Es gilt gemeinsam zu kämpfen, Gewerkschafter_Innen, Antifa / Anti_Rassistinnen, Flüchtlinge, die „illegalisierten“ Arbeiter_Innen und Migrant_Innen, ja alle vom staatlichen Abschiebeterror, von deutsch-chauvinistisch-rassistischer Diskriminierung und Entrechtung, vom tagtäglichen Na­zi-Terror Betroffenen!“

Wir sehen eine wichtige Aufgabe darin, den Kampf kritischer Kolleg_Innen gegen Nationalismus, Chauvinismus, Rassismus und Antisemitismus innerhalb der DGB-Gewerkschaften öffentlich zu machen und zu unterstützen. Was wir über die Gewerkschaftsführung denken und wie wir die kämpferischen Kolleg_Innen innerhalb und außerhalb der Gewerkschaften vom selbständigen Kampf überzeugen wollen, zeigt der folgende Ausschnitt aus dem Flugblatt „Vor allem selbständig kämpfen“, Nr. 8 vom Mai 2008:

Die DGB-Führung und ihr Apparat sind und bleiben Teil des kapitalistischen Systems und sind mit vielerlei Fäden mit diesem verbunden. Diese Verbundenheit ergibt sich nicht nur und nicht hauptsächlich aus der Charakterschwäche einzelner DBG-Funktionäre, die man nur auszuwechseln bräuchte, sondern hat tiefere Ursachen wie z. B. ihre finanzielle Besserstellung im Gegensatz zu den ‘einfachen’ Gewerkschaftsmitgliedern, ihre direkte Verknüpfung mit dem Kapital, z.B. in den Aufsichtsräten der Konzerne und ihre Mitgliedschaft in den Parteien des kapitalistischen Systems. Alle Erfahrungen, nicht nur der letzten Jahre, sondern die von mehr als fünf Jahrzehnten, zeigen, dass die DGB-Führung ein entschiedener Feind jedes selbständigen Kampfes der Arbeiterinnen und Arbeiter ist. Eine Einheit mit diesen Leuten kann es nicht geben.“

In unserer eigenen Entwicklung wurde uns bewusst, dass der Kampf gegen Militarismus ein weiterer Schwerpunkt in unserer Arbeit werden muss. Seit 2004 haben wir dazu gearbeitet, wie an unseren Veröffentlichungen nachvollzogen werden kann. Es heißt im Flugblatt Nr. 13 von 2006:

 Tagtäglich sind wir mit den militärischen Umtrieben der Bundeswehr konfrontiert. Die Bundeswehr ködert in Schulen, bei den Arbeitsämtern, in Werbespots usw. immer massiver Jugendliche, Erwerbslose und von Erwerbslosigkeit Bedrohte. Sie stellt sich als ‘sozial helfendes Element’ und ‘kommender großer Arbeitgeber’ dar und verspricht ‘sichere und attraktive Arbeitsplätze’ bei der Bundeswehr. Zwischen der Bundeswehr und zahlreichen Unternehmen des deutschen Monopolkapitals besteht ein so genannter ‘Rahmenvertrag für strategische Partnerschaft’. Ebenso hat die Bundeswehr für jede ihrer 56 Lazarettgruppen vermeintlich zivile ‘Partnerkrankenhäuser’ vertraglich gebunden, diese nicht nur für ‘Friedenszeiten’, sondern gerade für Kriegseinsätze.“

Praktische Zusammenarbeit und kritische Auseinandersetzung vorantreiben

Wir stellen uns die Zusammenarbeit so vor, dass sie nicht ohne kritische und selbst­kritische Diskussion zwischen den fortschrittlichen Gewerkschafter_Innen, Antifas und antirassistischen Aktivist_Innen auskommt. Wir denken, dass die Diskussion innerhalb der fortschrittlichen, linken Bewegung nötig ist. Das schließt nicht aus, sondern macht es im Gegenteil nötig, dass man auch zu gemeinsamen praktischen Aktionen kommt.

 Es ist klar: Abwieglerische und nationalistisch-chauvinistische Positionen gibt es zur Genüge und auf längere Sicht kann es keine echten Schritte nach vorne geben ohne entschieden dagegen anzu­kämpfen. Daher ver­suchen wir auch, uns durch eigene Stellungnahmen und Flugblätter bundesweit in uns wichtig erscheinende Debatten im Gewerkschafts- und Antifa-Bereiche einzumischen oder solche Debatten anzuschieben.

Unsere bisher veröffentlichten Flugblätter zeigen, womit wir uns in den letzten Jahren schwerpunktmäßig beschäftigt haben. Kritiken und Anregungen sind aus­drücklich erwünscht. Wir freuen uns, wenn unsere Flugblätter weiter verbreitet und beispielsweise auf Homepages bekannt gemacht werden.

Praktische Solidarität und Unterstützung

Im Rahmen unserer Möglichkeiten war es uns wichtig, praktische Solidarität mit Arbeitskämpfen oder Streiks zu üben. So zum Beispiel mit den Kämpfen bei Daimler-Chrysler in Berlin-Marienfeld, bei einem Flughafen-Caterer in Frankfurt und Düsseldorf oder auch mit internationalen Kämpfen, so wie die Proteste gegen die Abschaffung des Kündigungsschutzes für unter 26 Jährige in Frankreich oder die Studentenproteste an den Universitäten in Österreich. In einigen Fällen wurden Solidaritätserklärungen in Fremdsprachen veröffentlicht.

Dezember 2013

Inhalt

Kritische Solidarität und gegenseitige Unterstützung 5

 

Teil I. Gemeinsam gegen Nazis kämpfen, gegen Chauvinismus,

Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus

 

Kurze Überblick über die Flugblätter 8

Nr. 4: Aufruf zur verstärkten Zusammenarbeit linker Gewerkschafterinnen
und Antifas: Gemeinsamer Kampf gegen den staatlichen Abschiebeterror
und gegen die Entrechtung und Ausweisung von „illegalen”
Arbeiterinnen und Arbeitern! (Juni 2004) 14

Nr. 5: Wir sind NICHT „das Volk” … (September 2004) 16

Plakat: „Wir sind NICHT das Volk“ (September 2004) 17

Nr. 9: Ins Auge stechend: Die antisemitisch-nationalistische Titelseiten-Karikatur der

IG-Metall Zeitung vom Mai 2005 18

Nr. 12: Gegen den deutsch-nationalistischen Taumel: Was hat die
Olympiade 1936 mit der WM 2006 zu tun? –
Über den Unterschied von „gleichsetzen” und „vergleichen” (Juni 2006) 14

Plakat: „Deutsche Zustände: Nazis morden… der Staat schiebt ab“ 26

Aufruf: Unterstützt den antifaschistischen Gewerkschafter
Angelo Lucifero (März 2007 im Internet) 27

Nr. 16: Auf der Straße und im Betrieb: Gewerkschafterinnen und Antifa gemeinsam
den Kampf gegen den Nazi-Vormarsch und Staatsterror verstärken! (Oktober 2007) 28

Nr. 17: Aufruf an alle linken Gewerkschafterinnen und Antifa: Solidarität
und gegenseitige Unterstützung im Kampf gegen Ausbeutung, staatliche
Unterdrückung und den Vormarsch der Nazis! (Mai 2008) 30

Nr. 21: Den Kampf gegen jeglichen Nationalismus, Rassis­mus und
Antisemitismus führen, gerade auch in den Ge­werkschaften! (April 2010) 32

Nr. 22: Nur Fußball? Gründe, warum deutscher Nationalis­mus nicht
zu unterschätzen ist – Ein Diskussionsbeitrag – (Juli 2010) 36

Nr. 23: 1. Mai 2011: Gegen Nazis und jeglichen Nationalis­mus, Rassismus und
Antisemitismus kämpfen! – Arbeiterinnen aller Länder, vereinigt Euch!” (Mai 2011) 38

Nr. 24: Vor 75 Jahren: „Battle of Cable Street” in London 1936 – Ein Vorbild für
den Kampf gegen die Nazis heute (September 2011) 40

Plakat: „Battle of Cable Street” 44


Nr. 25: „Battle of Cable Street” in London 1936: Ein Vorbild für erfolgreichen
militanten Kampf gegen einen Nazi-Aufmarsch – anlässlich des Kampfes zur
Verhinderung des Nazi-Aufmarsches in Dresden Februar 2012 (Januar 2012) 45

Nr. 27: Beim Protest gegen kapitalistische Ausbeutung und Un­terdrückung: Keinerlei Nationalismus und Antisemitismus dulden! -Anlässlich der „Occupy”-Demonstrationen
und Aktionen im Mai 2012 in Frankfurt/M. (Mai 2012) 47

Nr. 29: Solidarität und gegenseitige Unterstützung!

– Warum „Gewerkschafterinnen und Antifas gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion”,
als Beitrag in ZAG 62/2012 erschie­nen (März 2013) 49

Nr. 30: Nicht erst seit den NSU-Morden: Staat und Nazis Hand in Hand:
Der Brandanschlag der Nazis in Lübeck 1996 (April 2013) 52

Nr. 32: Kein Vergeben, kein Vergessen: Der mörderische Brandanschlag der Nazis

in Solingen 1993 (Mai 2013) 55

Nr. 33: Die Ereignisse im DGB-Haus München im September 2013 zeigen, wie die

DGB-Führung zum Kampf der Flüchtlinge steht: „Vom ersten Tag an der sicher
der DGB uns zu räumen“ (Oktober 2013) 57

Nr. 34: Solidarische Aktion von 3.500 SchülerInnen in Hamburg am 12.12.2013:
„Schulstreik für Bleiberecht“ (Dezember 2013) 61

 

Teil II. Positionen gegen die Bundeswehr und deutschen Militarismus

Kurze Überblick über die Flugblätter 64

Nr. 7: Zur Demonstration gegen die NATO-Sicherheits-konferenz in München:
Kritische Bemerkungen zum Aufruf-Deutschland weggedacht? (Februar 2005) 65

Nr. 13: Kampf gegen die Bundeswehr „kein Thema” ?! (September 2006) 67

Erklärung: Solidarität mit den kriminalisierten Kölner Antimilitaristen (Dezember 2006) 69

Nr. 26: Gewerkschafterinnen und Antifas gemeinsam gegen die Bundeswehr und ihre

Kumpane in den Gewerkschaften! Zur Demonstration gegen die
Nato-,.Sicherheitskonferenz” in München (Februar 2012) 70

Nr. 28: Gewerkschafterinnen und Antifas gemeinsam gegen die militaristische
Bundeswehr-Propaganda beim Hessen­tag 2012 in Wetzlar! (Mai 2012) 74

 

Teil III. Arbeitskämpfe und andere Kämpfe

Kurze Überblick über die Flugblätter 76

Nr. 3: Gegen die Abwiegelei von Sommer, Peters und Bsirske und Co.:
Aufstehen und kämpfen damit der Kampf gegen verschärfte Ausbeutung
und Verelendung vorankommt! (April 2004) 78

 

Nr. 8: Den DGB „erneuern”? Aus den DGB-Gewerkschaften austreten?
Vor allem selbständig kämpfen! Den Klassen­kampf innerhalb und außerhalb der Gewerkschaften vorbe­reiten und organisieren! Ein Diskussionsbeitrag. (Mai 2005) 80

Nr. 11: Frankreich brennt, Deutschland pennt? Ça suffit-Es ist genug!
Kampf den deutschen Zuständen! (April 2006, auch auf Französisch) 84

Nr. 15: Solidarität mit den Kolleginnen von DaimlerChrysler Berlin-Marienfelde,
die seit Monaten selbstständig gegen „ERA”-Lohnraub kämpfen! (Juli 2007) 88

Nr. 18: Wir sind nicht Opel, Schaeffler, … Wir hassen die reaktionäre Idee der Betriebsgemeinschaft! (Mai 2009) 90

Nr. 19: „Uni brennt” in Österreich! Solidarität! (November 2009) 92

Nr. 20: „Bildungsstreik meets Arbeitskampf” –

Gemeinsam kämpfen und streiken! (Dezember 2009) 94

Nr. 31: Seit sechs Monaten Streikkämpfe bei Neupack: Solidarität contra

Abwiegelei (April 2013) 96

 

Teil IV. Debatten innerhalb von Linken und Gewerkschafter_ Innen

Kurze Überblick über die Flugblätter . 99

Nr. 1: Bahamas gegen R. Kurz: Pest gegen Cholera (Mai 2003) 101

Nr. 2: Rosa und Karl contra Attac-Positionen (Januar 2004) 103

Plakat: „Attacke gegen deutschen Nationalismus“ 105

Nr. 6: Angesichts der Zunahme von Erwerbslosigkeit und Elend:
Klassenkampf vorbereiten und organisieren – statt Klauen als Programm
und konsumierend kapitulieren! (Januar 2005) 108

Nr. 10: Unser grundlegender Einwand gegen den Entwurf einer Plattform
der Gewerkschaftslinken (September 2005) 109

Nr. 14: Der internationale Sozialistenkongress in Stuttgart 1907: „Es gibt keinen
Mittelweg in dieser Frage der Ein- und Auswanderung” (Juni 2007) 111

 

Broschüren

Was man über Lafontaine wissen sollte 114

Dokumentation über die antisemitisch-nationalistische Titelseiten-Karikatur der
IG-Metall-Zeitung von Mai 2005 und die Reaktion darauf 127

AIZ zur Olympiade 1936

(Reprint der Arbeiter Illustrierten Zeitung zur Männer Fußball WM in Deutschland 2006) 166


Dokumente und Materialien von kritischen Mitgliedern der IG BAU,

IG Metall, ver.di und GEW 185

Nur Fußball? Ein Nachtritt 226

Die DGB Führung steht fest an der Seite der Bundeswehr, Contra DBG Führung
(Dokumente und Materialien) 155

Vorbemerkung zu den folgenden drei Broschüren: 306

Das Nazi-Pogrom in Rostock 1992 gegen Roma und Vietnamesen 308

Der Brandanschlag der Nazis in Lübeck 1996 344

Der Brandanschlag der Nazis in Solingen 1993 376

Vom ersten Tag an versuchte der DGB uns zu räumen“
(zu den Ereignissen im DGB-Haus München im September 2013) 396

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