Nicht erst seit den NSU-Morden: Staat und Nazis Hand in Hand! Der Brandanschlag der Nazis in Lübeck 1996

Nicht erst seit den NSU-Morden: Staat und Nazis Hand in Hand

Der Brandanschlag der Nazis in Lübeck 1996

Wie schon 1996 gegen die Ermordeten und ihre Angehörigen gehetzt und ermittelt wurde, um die Nazi-Mörder zu schützen

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Vorbemerkung
1996 tauchten die NSU-Mörder unter. 2000 begann ihre Mordserie.

1996 verbrannten 10 Menschen in Lübeck nach einem Brandanschlag der Nazis. In einem beispiellosen Medienkonzert wurde 1996 in Lübeck vorexerziert, was in den über 10 Jahren die so genannten „Ermittlungsbehörden” zu den zynischerweise „Döner-Morde” genannten Nazi-Morden durchzogen: Die Ermordeten und ihre Angehörigen sind die Schuldigen”!

Die teils naiven, teils bewusst verharmlosenden Behauptungen, der Verfassungsschutz habe „Fehler” gemacht, es sei „schlampig” ermittelt worden, es habe „Pannen” gegeben und so weiter lenken alle vom Kern ab. Die Vorgehensweise erfolgt nicht zufällig und hat Tradition. Wichtige Teile des Staatsapparats haben nach 1945, von den 50er Jahren bis heute vorsätzlich und planmäßig Nazi-Mörder geschützt. Sie haben mal mehr, mal weniger direkt mit der damaligen und heutigen Nazi-Szene zusammen gearbeitet. Die Vorgänge in Lübeck zeigen deutlich, was wir meinen.

Nazi-Brandanschlag in Lübeck

Beim Brandanschlag in der Lübecker Hafenstraße am 18. Januar 1996 wurden 10 Flüchtlinge ermordet und 38 teils schwer verletzt. Das war unserer Meinung nach ist der bisher mörderischste nazistische Brandanschlag seit 1945.

Darüber hinaus war das auch einer der größten Skandale der deutschen Justiz nach 1945. Durch die genaue Beobachtung der folgenden Ereignisse, der Arbeit der Ermittlungsbehörden und der Verlautbarungen der offiziellen Stellen, drängt sich uns unweigerlich der Schluss auf: Hier wurden und hier werden bis heute mit Methode die Wahrheit verdreht und Fakten vertuscht.

Den ermittelnden Behörden ging es um alles andere als um die Wahrheitsfindung. Unverkennbar bestand hier ein unbedingter Verurteilungswille gegen Safwan Eid, einen Flüchtling aus dem Libanon. Er war mit seiner Familie Bewohner des Hauses in der Hafenstraße und damit selbst ein Opfer des Brandanschlages. Im „Fall Lübeck” ging es in erster Linie darum, von den wirklichen Nazi-Tätern abzulenken.

Ein paar „Streiflichter” auf die Vorgänge genügen, um deutlich zu machen, wie schreiend die Widersprüche und Ungereimtheiten in der offiziellen Darstellung waren.

Manöver, um die Nazis von Anfang an aus der Schusslinie zu nehmen

Drei bzw. vier deutsche Rassisten aus Grevesmühlen wurden die in der Brandnacht in unmittelbarer Nähe des Hauses von einer Polizeistreife kontrolliert. Sie werden zunächst laufen gelassen, obwohl einer offensichtlich das übliche Nazi-Skin-Outfit zur Schau trägt und per Haftbefehl gesucht wird.

Einen Tag später erst werden sie von der Polizei verhaftet. Doch schon nach wenigen Stunden werden sie wieder freigelassen. Dies erfolgt, obwohl einer von ihnen bereits wegen der Schändung eines jüdischen Friedhofs mit Hakenkreuzschmierereien für zwei Monate im Gefängnis saß, obwohl er keinen Hehl aus seiner Nazi-Gesinnung macht und obwohl er sich z.B. gerne als „Klein-Adolf bezeichnen lässt. Noch dazu hatte er am Vortag bei der Kontrolle direkt beim Tatort falsche Personalien angegeben.

Alle vier haben Brandspuren an den Haaren. Diese stammen erwiesenermaßen aus der Tatnacht. Zunächst werden diese Versengungen mit einem „abgefackelten Auto” erklärt. Dieses Auto existiert jedoch nicht. In der Folge geben sich die Ermittlungsbehörden mit den absurdesten Geschichten zufrieden wie: „Hund angesteckt”, „mit dem Feuerzeug nachgesehen, ob noch Sprit im Tank ist”.

Einer der Rassisten besitzt einen Rucksack wie den, den ein Zeuge unmittelbar vor Ausbruch des Brandes bei einer Person direkt am Tatort gesehen hatte. Auch die Personenbeschreibung passt. Der Inhalt des Rucksacks interessiert die Ermittlungsbehörden nicht.

Als angeblich „hieb- und stichfestes Alibi” lassen Polizei und Staatsanwaltschaft gelten, dass sich die Nazis 20 Minuten vor der Brandlegung an einer Tankstelle aufhielten.

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